Kirche und Kirchgemeinde Obernissa

Mittelalterliche Chorturmkirche.
Eine Gründungsurkunde der Kirche ist nicht mehr erhalten und es ist auch
nur zu vermuten, dass „Simon und Petrus“ die Schutzpatrone der Kirche sind.
Die ältesten Denkmale in der Kirche sind der gotische Tabernakel (Sakraments-
haus) und die steinerne Mensa (Altartisch), die in das 14. Jahrhundert weisen.
Im 18. Jahrhundert zweimal umgebaut. Doppelempore mit Szenenbildern aus dem
Neuen Testament. 1719 hat die Kirche die heutige äußere Gestalt bekommen.
1371 wird durch Schenkung die Pfarrstelle Obernissa eingerichtet, die bis 1884
bestanden hat.
Zuerst waren es katholische Geistliche, die in der Gemeinde gedient haben.
1527 wurde die Reformation durch Gesetz eingeführt und seit dieser Zeit haben
evangelische Pfarrer gepredigt. In den erhaltenen Kirchenbüchern sind seit 1677
alle Taufen und Trauungen eingetragen und seit 1693 die Beerdigungen. In diesen
alten Kirchenbüchern sind auch oft chronikalische Einschübe enthalten. Über
amtierende Pfarrer und Kantoren wird berichtet.
In der katholischen Zeit war es selbstverständlich, dass um den Altar die lebende
und verstorbene Gemeinde versammelt war. Deshalb wurden die Toten im Garten
um die Kirche (Friedhof) beerdigt. Der jetzige Friedhof befindet sich unweit der
Kirche am Rande des Dorfes.











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Die Messe und die Kirmes hat im Laufe der Reformation und der Aufklärung an
Bedeutung verloren. So wurde die Wortverkündigung über das Sakrament gestellt
(1725 Kanzelaltar), die Kirmes (Kirchweihmesse) ein Volksfest ohne Gottesdienst-
besuch. Heute werden wieder Kirmesgottesdienste gefeiert.
Die alten Abendmahlsgeräte werden aus Sicherheitsgründen nicht mehr in der
Kirche aufbewahrt. Sie sind nur noch zu kirchlichen Festen in Gebrauch und zu
bewundern.
Die Orgel wurde von der Firma Eifert, Stadtilm, 1899 gebaut, die Glocke 1802
gestiftet und gegossen. Der herrliche Kronleuchter wurde 1881 als Dank für die
Genesung eines Kindes von der Familie Hucke gestiftet. Die alte Altarbibel wurde
1797 gedruckt.
Die kleine evangelische Gemeinde Obernissa wurde bis zur Jahrtausendwende vom
Pfarramt Azmannsdorf betreut. Die Kirchgemeinde Obernissa ist heute eine von
neun Dorfgemeinden, die zu dem Kirchspiel Klettbach gehört und von der Pastorin
Charlotte Weber betreut wird. Vorher waren Pfarrer Christian Lindner und nach ihm
Pfarrer Martin Hundertmark im Amt.

FREUNDE DER KIRCHENMUSIK OBERNISSA e.V
1996
Gründung des Vereins FREUNDE DER KIRCHENMUSIK OBERNISSA e.V.
Ziele des Vereins sind die Renovierung und Wartung der denkmal-
würdigen Eifert-Orgel und die Förderung der Kirchenmusik in der
ländlichen Struktur.
1997
Dach- und Turmreparatur
Obernissaer Bürger (Freiwillige Feuerwehr) engagieren sich tat-
kräftig an der Sanierung, am 26.Juli Festkonzert zur 700- Jahr-
feier. Teilnahme des Thüringer Landesbischofs Roland Hofmann
13.September "KNOPF-FEST", die Kuppel des Kirchturmes wurde
mit aktuellen Dokumenten und Münzen gefüllt,
Kirche erhält eine Erdgasheizung
1998
2. Glocke wird gegossen (70% Kupfer / 20% Zinn)
Geschenk der Obernissaer aus dem Erlös der 700-Jahrfeier
Die zwei Vorgängerglocken wurden im 19.Jahrhundert und im
Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. 3.Oktober Glockenweihe
1999
Der Thüringer Landesbischof Roland Hofmann weiht die Eifert-
Ogel
2002 /03
Sanierung des Innenraumes der Kirche im dörflichen Jugendstil
(1900)
Besondere Förderung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz,
Thüringer Landesamt für Denkmalschutz, örtlichen Gemeinderat
und Handwerkern und Betrieben des Ortes.
1996 bis 2009
30 Konzerte (Orgel-und Chorkonzerte, Kammer-und Vokalmusik,
Solokonzerte, Big-Band und Blasmusik
O R G E L
1899
Orgel wird von Adam Eifert , dem Grossherzoglich Sächs. Hof-
orgelbauer, Stadtilm/Thüringen, erbaut. Es ist die 102. von 183
erbauten Eifert-Orgeln. Die romantische Orgel besitzt 12 Register
und 2 Manuale.
1995
Orgel nicht spielbar. Poröse Lederbälgchen, mechanische Teile
defekt, Pfeifenwerk vollständig vorhanden aber verstimmt.
1996/97
Einbau eines Winderzeugers
1999
Orgelrenovierung
2003
2. Manual muß noch neue Bälgchen erhalten, große Schäden
durch extreme Sommerhitze und niedrige Luftfeuchtigkeit,
erneute Renovierung, regelmäßige Wartung

Kirchgemeinde Klettbach, Pfarrerin Charlotte Weber
Straße der Einheit 1, 99102 Klettbach
Telefon 03 62 09 222, Fax 03 62 09 437 03